Unbemerkter Fehler im neuen Jagdgesetz schont Wilderer
Missratenes Jagdgesetz – Nein! – 17. Mai 2020
20. September 2020

Bisher unbemerkt gebliebener Fehler im missratenen Jagdgesetz

Im neuen Jagdgesetz gibt es ein wichtiges Detail, das unbemerkt geblieben ist. Wer eine Person bei der Jagd verletzt oder tötet oder absichtlich einen Luchs oder einen Adler (gesetzlich geschützte Tiere) tötet, riskiert heute zu Recht, seinen Jagdschein für bis zu zehn Jahre zu verlieren. Der Richter muss so handeln. Dies ist die gleiche Regel, die beispielsweise auch im Straßenverkehr gilt: Ein für andere Verkehrsteilnehmer besonders gefährliches Fahrverhalten führt zum Entzug des Fahrausweises.

Unglaublich, aber wahr: Mit dem neuen Jagdgesetz verlieren die Kantone diese Möglichkeit gegenüber Jägern, die ein schweres Verbrechen begangen haben. Bevor sie ihnen ihren Jagdschein entziehen können, müssen sie neu nachweisen, dass die Gefahr besteht, dass der Jäger nochmals wildert oder eine Person umbringt. Wenn die Kantone diesen Beweis nicht erbringen können, kann der fehlbare Jäger den Jagdschein behalten und weiter jagen.

Das revidierte Jagdgesetz untergräbt also die heute bestehende Sicherheit für Mensch und Tier, ganz im Gegensatz zu den falschen Behauptungen der Befürworter. Ein weiterer Grund das neue Jagdgesetz abzulehnen und am 27. September Nein zu stimmen.

Grundlagen

Art. 20 Abs. 1, aktuelles Jagdgesetz

1 Die Jagdberechtigung wird vom Richter für mindestens ein Jahr und höchstens zehn Jahre entzogen, wenn der Träger der Berechtigung:

  1. vorsätzlich oder fahrlässig eine Person auf der Jagd tötet oder erheblich verletzt;
  2. eine Widerhandlung nach Artikel 17 als Täter, Anstifter oder Gehilfe vorsätzlich begangen oder versucht hat.

Art. 20 Abs. 1, revidiertes Jagdgesetz, Referendumsabstimmung vom 27. September 2020

1Die Jagdberechtigung kann vom Richter für mindestens ein Jahr und höchstens zehn Jahre entzogen werden, wenn:

  1. der Träger der Berechtigung vorsätzlich oder fahrlässig eine Person auf der Jagd getötet oder erheblich verletzt hat oder eine Widerhandlung nach Artikel 17 als Täter, Anstifter oder Gehilfe vorsätzlich begangen oder versucht hat; und
  2. die Gefahr besteht, dass der Träger der Berechtigung weitere solche Taten begeht.

Weitere Auskünfte: Werner Müller, BirdLife Schweiz, 079 448 80 36, werner.mueller@birdlife.ch