Missratenes Jagdgesetz – Nein! | Töten statt schützen?
Missratenes Jagdgesetz – Nein! – 17. Mai 2020

Luchs und Wolf und der Berg- und Schutzwald

Einen Zusammenhang mit Wolf, Luchs und dem Jagdgesetz, über das wir am 27. September 2020 abstimmen, gibt es durchaus. In der Debatte um den Wolf geht es um den Schutzwald.

Martin Kreiliger, Forstingenieur ETH, Geschäftsführer Bergwaldprojekt, Trin/Disentis (GR): «Der Bergwald hat ein Nachwuchsproblem. Seit Jahrzehnten verjüngt er sich wegen der vielen Hirsche, Gämsen und Rehe nicht mehr richtig. In meiner beruflichen Praxis von über 25 Jahren habe ich kaum eine junge Weisstanne grösser als bis zu meinem Bauchnabel gesehen. Eiche, Linde, Waldföhre und selbst Sträucher wie der rote Holunder sind zur Rarität geworden. Die Kosten für die Wildschäden gehen in die Millionen. Erst Wolf und Luchs haben eine Entlastung gebracht.»

Der Blick bringt es 2017 in einem Dossier auf den Punkt: «In Schweizer Wäldern herrscht Dichtestress: Zu viel Wild zerstört den Wald. Das ist ein Problem, denn die Hälfte aller Wälder sind Schutzwälder. Ohne sie sind Dörfer, Strassen und Zuglinien in Gefahr.»

Informationen und weiterführende Links

  • Schutzwald in Gefahr «Wald gegen Wild» – Beobachter, 09.04.2020
  • Nein-Komitee Försterinnen und Förster
  • «Calanda-Rudel trägt zur Waldverjüngung bei», Beitrag im Bündner Tagblatt, 16.06.2020
  • Breite NEIN-Allianz der Forstfachleute – Schlüsselargumente aus Sicht des Schweizerischen Forstvereins
  • «Wald, Jagd und Wildtiere», Lehrmittel Berufskunde Forstwart/-in, September 2019
  • NEIN im Interesse des Bergwaldes – Bergwaldprojekt sagt Nein zum Jagdgesetz, Medienmitteilung 05.03.2020
  • Stellungnahme Bergwaldprojekt – Editorial und Text ab Seite 6; «Specht» Informationszeitung, Januar 2020
  • Luchs und Wolf als Förster – NZZ, 13.06.2020
    Insbesondere die Weisstannen werden vom Wild im Schweizer Wald stark verbissen. Das ist schlecht für den Schutzwald. Der Biologe Claudio Signer von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) meint: „Nicht zuletzt sind Luchs und Wolf ein Teil der Lösung.“
  • Urs Beat Brändli, Wissenschaftlicher Dienst LFI, Eidg. Forschungsanstalt WSL zitiert ein russisches Sprichwort: „Wo der Wolf geht, wächst der Wald.“
    Im Echo der Zeit vom 10.6.2020 meint er weiter zum Wolf: „Aus meiner Sicht dürfen sie sich schon noch etwas vermehren.“