Missratenes Jagdgesetz steht gutem Kompromiss im Weg    – Missratenes Jagdgesetz – Nein!
Missratenes Jagdgesetz – Nein! – 17. Mai 2020
4. Mai 2020

Missratenes Jagdgesetz steht gutem Kompromiss im Weg 

Kühe werden wegen Wölfen verrückt vor Angst – kann das sein? Werden Kühe plötzlich gefährlich? Eine nüchterne Einordnung zur Reportage in TagesAnzeiger bzw. TX-Group vom Samstag 2. Mai 2020 schafft Klarheit. Und es wird aufgezeigt, warum das revidierte Jagdgesetz einem auch für Bauern tauglichen Kompromiss im Wege steht.

Die Sorgen und professionellen Bedürfnisse der Bergbauern können und müssen ernst genommen werden. Dazu ist Hand zu bieten. Nur: diese Chance wurde mit dem Jagdgesetz verpasst. Die Chance kann nach einem Nein am 27. September 2020 wieder aufgenommen werden. Zusammen mit Obersaxer Bauern.

Zu den im TagesAnzeiger, Bund etc. vom 2. Mai erwähnten verängstigten Mutterkühen:

  • Es gibt keinen belegbaren Nachweis, dass wirklich ein Wolfsrudel die erwähnten Mutterkühe in Obersaxen verängstigt hat (kein genetischer Nachweis, keine überprüfbaren Fakten und die Wölfe (?) wurden nicht bei der Herde gesehen).
  • In der Schweiz und international ist es längst üblich, dass Wolfsrudel in unmittelbarer Nähe von oder sogar auf Kuhalpen leben – ohne dass die Kühe ihr Verhalten gegenüber Menschen verändert hätten.
  • Es gibt auch im Ausland keine Nachweise dafür, dass Wölfe Kühe irgendwie gefährlicher für Menschen machen.
  • Der Vergleich mit der „puff-Lösung für Wölfe“ in Argentinien und Kanada hinkt auf mindestens zwei Pfoten: In Argentinien gibt es überhaupt keine Wölfe. Der Wolf ist nur in der nördlichen Hemisphäre verbreitet. Und auch in Kanada ist nicht jeder Wolf ein Problemwolf. Auch dort gibt es eine differenziertere Wolfspolitik als nur „puff“.
  • Pro Jahr fliessen über 220 Mio. Franken Direktzahlungen für Landwirtschaftsbetriebe und für die Alpen allein nach Graubünden. Das ist gut so, ergänzt die Entschädigung für gerissene Tiere und ist ein Beleg, dass die Schweiz die Bergbauern nicht im Stich lässt.

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